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Hmmm… Schnitzel

Ich probiere mal wieder was Neues aus. Octopress ist mir auf Dauer zu frickelig und nervig.

Deshalb jetzt Schnitzelpress. Zur Zeit noch schlecht zu themen, aber dafür stimmt der Rest schon mal so halbwegs. <3

Angst

Es gibt sovieles über das man nicht spricht.

Schlimmes. Schönes. Träume. Ängste.

Weil man dann angreifbar ist. Oder weniger attraktiv. Oder sich einfach schämt.

Aber ich habe Angst. Angst niemanden zu finden mit dem ich mein Leben teilen kann. Angst alleine zu bleiben. Angst immer verbitterter und neidischer zu werden. Angst, dass sich nichts verändert. Dass ich nichts verändere. Angst nie zu erfahren was Liebe ist. Angst vor dem Rest.

Und die Angst ist immer da. Mal klein, mal groß. Mal sitzt sie nur wartend auf der Schulter, mal kriecht sie nachts mit unter die Decken und lässt mich frieren. Sie sabotiert, raubt Zeit, nervt. Sie macht wach und sie macht müde. Und traurig.

Aber eigentlich geht es mir immer noch viel zu gut, um ein Recht zu haben zu jammern, glaube ich.

Heimat

Ich habe nie emotional verstanden, was meine Großeltern meinten, wenn sie von der Heimat gesprochen haben. Von der Heimat die sie zurückgelassen haben, die sie vermissen. Dieses Wort war für mich immer nur ein Ort von dem Hansi Hinterseer singt, den auch Ewiggestrige und Nazis mit Vorliebe benutzen. Ein Name für ein Stück Erde auf dem man zufällig aufgewachen ist. Damit konnte ich nie etwas anfangen.

Aber ich denke ich habe das missverstanden. Vielleicht ist Heimat etwas abstrakteres. Etwas wo man immer willkommen ist. Wo man sich sicher ist hinzugehören. Wo man sein kann wie man ist. Heimat ist bedingungslos.

Ich bin eigentlich nicht am Stadtrand von München aufgewachsen. Ich bin im Netz aufgewachsen. Im Fido. Im Usenet. Im Web. Da ist mein Zuhause. Meine Heimat. Das hat Vorteile. Man hat die Heimat immer in der Tasche.

Leider eignet sich das Netz aber noch nicht gut als Heimat. Die hohe Verfügbarkeit bezahlen wir mit geringer Intensität. Ein (virtueller) Flausch ist soviel weniger als eine Umarmung. Textzeilen ersetzen nicht den Blick in lächelnde Augen. Wärme im Netz verfliegt so schnell. Vielleicht weil die Räume so durchlässig sind. Weil die dünnwändigen Filterbubbles keine Wärme halten.

Es ist viel schwerer zu wissen, wo man hingehört. Wo die coolen Menschen sind. Wer die Nachbarn sind. Wo man akzeptiert wird. Bedingungslos, in einer Gemeinschaft. Wo man nicht sofort zurück in den Ozean der Anderen geworfen wird.

Aber trotzdem ist da manchmal intuitive Zusammengehörigkeit. Solidarität. Empathie. Sich gerne haben.

Das Netz ist voll von Menschen die sich Heimat sein könnten. Aber es bietet zu wenig Halt. Vielleicht ist das auch ein technisches Problem. In jedem Fall aber ist es ein Problem.

Nice Guy

Ich war ja auch mal einer. Vielleicht bin ich auch immer noch einer. Aus der schlimmsten frauenfeindlichen Phase bin ich aber glaube ich zumindest raus. Hoffe ich. Einer dieser Nice Guys. Kurz: Typen die rumheulen, dass sie alleine sind, obwohl sie doch total dufte sind.

Es ist nicht einfach über das Thema offen zu reden. Für mich. “Sei um Gottes Willen nicht ehrlich. Das schreckt total ab. Da fragt man sich ja gleich was falsch ist mit dir.” hat man mir schon oft geraten. Ich habe es aber eigentlich satt mich auch noch dafür zu schämen, jenseits der 30 keine Beziehung gehabt zu haben oder Intimität zu kennen. Das ist halt so. ¯\_(ツ)_/¯

Wenn sich der Nice Guy gerade nicht schämt oder grämt - oder auch vielleicht gerade dann - sucht er natürlich Schuldige. Die Gesellschaft. Mit den Männern die anders sind und die Frauen die auf solche Männer stehen. Alle scheisse, ausser man selbst. Ich bin froh dass ich meine derartigen Gedanken mehr oder weniger für mich behalten habe, damals. Aber andere bereiten diese Denkmuster bereits ausführlicher und schonungsloser auf, ohne übertriebenes Mitgefühl.

Persönlich kam irgendwann die Erkenntnis dass es an einem selbst liegt. Leider viel zu spät. Auch wenn man am Autismus-Spektrum entlangschrammt, wäre mit einer früheren Selbstfindung vielleicht mehr drin gewesen. So muss ich resümieren, dass vieles von dem was ich für mein Leben will und wollte unrealistisch ist oder akut wird. Ich weiss mittlerweile auch gar nicht mehr was ich noch will. Ob ich mich überhaupt jemandem zumuten wollte.

Aber die, die noch von “Nice Guy” und “Friendzone” schwafeln, sollten bedenken dass man als “Nice Guy” schneller als man glaubt der schrullige alte Nachbar mit Katze wird. Den man zwar pro-forma zur Party einlädt, aber hofft dass er nicht kommt. Zurecht.

Post-Dingsdacy

Meinungen sind scheisse

Es gibt so Themen, da mache ich mir diffuse Gedanken zu, sage dann auch öffentlich was zu und habe trotzdem keine feste Meinung. Was ich im übrigen sowieso für einen besseren Zustand halte, als Meinungen zu verfestigen. Meinungen sind nämlich scheisse. Aber das nur nebenbei. Martin hat also irgendwas gesagt woran er sich sowieso schon kaum erinnert und dann kommt aus dem Internet plötzlich: “Du bist doch einer von diesen Post-Privacy Spacken. Erklär dich doch mal!” Jetzt kann und will ich aber keine länglichen Essays mit zwanzig Focault-Zitaten schreiben und auch das Lesen ebenjener strengt mich eher an. Trotzdem sei hier mal festgehalten warum ich eine Diskussion die manchmal auch unter dem Stichpunkt “Post-Privacy” geführt (oder eben nicht geführt) wird, für wichtig halte.

We lost the war

Eine wesentliche Klimaveränderung ist nicht mehr zu verhindern. Genausowenig wie der zunehmende Verlust der Privatsphäre - darin scheint man sich scheinbar mittlerweile einig zu sein. Zu verhindern wäre beides nur durch Regulation, die die Mehrheit der Menschen zwingen würde grundlegend anders zu handeln. Das halte ich für naiv und donquichottisch.

Wer hier seine Rocinante satteln möchte, dem sei das unbenommen. Das damit schlecht trennbar verbundene Selbstbild des Helden im Kampf mit Spacken, Pöbel und Kommerz ist verständlich wie bedauerlich.

Was aber nun wenn die Polkappen der Privatsphäre in zehn Jahren eisfrei sind? Wenn der heroische Kampf nun doch verloren wird?

Chancen und Risken

Selbst noch Einordnung der Zukunft nach Chancen und Risken vorzunehmen halte ich für zweitrangig. Dystopien gibt es ausreichend, Utopien mittlerweile auch. Was ich interessant finde sind Strategien das Eine zu vermeiden und das Andere zu fördern. Von selbst werden Dinge in der Regel vor allem anders, nicht zwingend schlechter oder besser.

Und hier ist der Punkt an dem ich bisher nicht weiterkomme, und auch noch keine wirklich befriedigenden Perspektiven gefunden habe. Dieses - vorallem das eigene - Versagen frustriert mich sehr.

Ich spreche gerne über Dinge die mich bewegen. Die mich ausmachen. Und doch kann ich über viele wesentliche Aspekte meinerselbst nicht öffentlich reden. Weil Andere dadurch Ziele von Diskriminierung werden würden. Oder ich selbst, das ist aber nur Feigheit. Ich hätte gerade für Erstes - weil es für mich nicht kontrollierbar und bewältigbar ist - gerne eine Strategie. Bevor uns das Wasser bis zum Hals steht.

Was benutzt du zum podcasten?

Das ist die Frage, die öfter kommt. Deshalb hier die aktuelle Ausstattung.

Tascam DR-680

Unser neuer Recorder. Macht keine Zicken (im Gegensatz zum Zoom R24) und nimmt bis zu vier XLR und zwei Klinken mit Phantomstrom auf. <3 und so.

Samson C-que8

Der Billo-Behringer Kopfhörerverstärker, hat wie erwartet langsam Altersschwächen. Deshalb jetzt was ordentliches, von Onkel Tim Empfohlenes. Macht gut wumms, ist aufgeräumt und rauscht nicht so viel.

beyerdynamic DT 297 PV MK II, 80 Ohm

Die Headsets sind die gleichen, guten alten beyerdynamics. Ein altes MK I tut auch noch seine Dienste. Servicehinweis: Beim Bestellen das Kabel nicht vergessen!

Hindenburg

Unsere Audioschnitt Software. Kann auch den ganzen Chaptermark und HE-AAC Unsinn. (Unsere Webseite funktioniert übrigens zu gleichen Anteilen mit Javascript und Spucke.)